{"id":196,"date":"2014-06-27T10:00:27","date_gmt":"2014-06-27T10:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/antonius-chor-wettingen.ch\/?p=196"},"modified":"2020-09-25T10:01:22","modified_gmt":"2020-09-25T10:01:22","slug":"chorreise-ins-gantrischgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antonius-chor-wettingen.ch\/index.php\/2014\/06\/27\/chorreise-ins-gantrischgebiet\/","title":{"rendered":"Chorreise ins Gantrischgebiet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war nur eine sogenannt \u201ekleine Chorreise\u201c am Samstag, 21. Juni 2014. Klein, aber fein, von Emilia Baldi und Helen M\u00fcller phantasievoll und umsichtig organisiert. Die An- fahrt im bequemen Bus via Bern und Richtung Thun verlief vorerst ereignislos. Aber schon bald nach Verlassen der Autobahn und der Fahrt durch Belp und Kehrsatz tat sich ein \u00fcberraschender Blick auf das Panorama mit der Stockhornkette und den dahin- ter gl\u00e4nzenden Majest\u00e4ten der Berner Alpen mit Eiger, M\u00f6nch und Jungfrau auf. Zim- merwald, unser erstes Etappenziel war bald erreicht. Zimmerwald, ein verschlafenes Bauerndorf? Mitnichten! Zimmerwald ist wohl der Ort in der Schweiz mit dem gr\u00f6ssten Weitblick und den besten Informationen. Hier steht ein hochtechnisches astronomi- sches Observatorium. Mit diesem haben Wissenschaftler schon Asteroide und Super- novas entdeckt, die vorher noch niemand gesehen hatte. Die GPS-Geostation Zimmer- wald empf\u00e4ngt und verarbeitet astrometrische Daten, welche u.a. der Landestopografie zur Vermessung und Kartografie dienen. Und schliesslich betreibt der NDB mithilfe ei- ner grossen Parabolantenne und angegliederter Einsatzzentrale das Schweizer Satelli- tenabh\u00f6rsystem. Auch wurde in Zimmerwald tats\u00e4chlich Weltpolitik gemacht. Getarnt als ornithologischer Verein fand hier im September 1915 eine geheime internationale sozialistische Konferenz statt mit Teilnehmern aus ganz Europa. Auch Lenin und Trotz- ki, die nachmaligen F\u00fchrer der russischen Oktoberrevolution waren mit dabei. Das dort verfasste \u201eZimmerwalder Manifest\u201c mit dem Aufruf \u201eProletarier aller L\u00e4nder &#8230;\u201c erlangte einige Ber\u00fchmtheit. In Zimmerwald selber ist dieses unfreiwillige historische Erbe aller- dings wenig beliebt. So wurden von der Gemeindebeh\u00f6rde Denkm\u00e4ler und Gedenkta- feln jeglicher Art verboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wir liessen diese Ber\u00fchmtheiten links liegen. In unserem Reiseplan vorgesehen war n\u00e4mlich Streit. Nein nein, nat\u00fcrlich kein Streit im Chor; da herrschen nur Eintracht und Frieden. Aber Streit ist wohl der h\u00e4ufigste Familienname in Zimmerwald, und die Familie Streit betreibt auch den Hof \u201ebe dr Chiuche\u201c, wo wir zu einer Besichtigung freundlich empfangen wurden. Ein beh\u00e4biges, gestandenes Berner Bauernhaus. Woh- nung samt G\u00e4stezimmern, Tenne und Viehstall &#8211; alles unter einem m\u00e4chtigen Dach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kathrin Streit, offensichtlich die gute und r\u00fchrige Seele des Hauses, f\u00fchrte uns durch das Anwesen. Wir konnten den Rundgang mit allen Sinnen &#8211; optisch, akustisch und ol- faktorisch &#8211; geniessen. Schade, dass unser armer Pr\u00e4sident nicht dabei sein konnte; seine fachkundigen, veterin\u00e4rmedizinischen Kommentare w\u00e4ren sicher interessant ge- wesen. Eine kurze Fahrt brachte uns zur Kaffeepause auf dem benachbarten Hof<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eChueweid\u201c. Dort stand f\u00fcr uns eine k\u00f6stliche \u201eZ\u00fcpfe\u201c von rekordverd\u00e4chtiger L\u00e4nge bereit. Unser Chorleiter griff anstatt zum Taktstock zum Messer und schnitt geduldig Scheibe um Scheibe vom Wunderwerk ab. Die frisch gepfl\u00fcckten Erdbeeren und Kir- schen waren ebenfalls ein Genuss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer abwechslungsreichen Panoramafahrt via Riggisberg und \u00fcber den Gurnigel erreichten wir Guggisberg, das Hauptziel unserer Reise. In der schmucken, denkmalge- sch\u00fctzten Dorfkirche erz\u00e4hlte uns Frau Lydia Bucher viel Interessantes \u00fcber die histori- sche Entwicklung dieser Gegend, und nat\u00fcrlich die wahre, traurige Geschichte vom Vreneli und Simes Hans-Joggeli, wie sie sich im 17. Jahrhundert tats\u00e4chlich zugetragen haben soll. Da konnten wir nat\u00fcrlich nicht mehr anders und mussten das Guggis-<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">berglied anstimmen, sangen aber nur die ersten paar der unendlich vielen Strophen. Nach einer F\u00fchrung durch das Vreneli-Museum war dann f\u00fcr uns im \u201eSternen\u201c der Tisch zum Mittagessen gedeckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Reisecar war aussen gross mit \u201eKobolt\u201c angeschrieben. W\u00e4hrend der Mittags- pause muss sich dieser Kobolt in einen echten Kobold verwandelt haben, welcher sich Zugang zum Motorraum verschaffte und das Getriebe oder die Kupplung so demolierte, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. Da eine kurzfristige Reparatur unm\u00f6glich war, musste unser Chauffeur einen Ersatzbus organisieren. Die unfreiwillige Wartepau- se ben\u00fctzten einige, besonders Senioren, von Schwester Angela seelsorgerlich beglei- tet, zum Besteigen des Guggersh\u00f6rnli. F\u00fcr den steilen Aufstieg mit den vielen Treppen wurden die eifrigen Wanderer mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Um dem b\u00f6sen Ko- bold den Meister zu zeigen traf schliesslich ein aus Thun herbeigerufener Meister-Car ein. Dieser f\u00fchrte uns \u00fcber H\u00fcgel und unbekannte D\u00f6rfer und Weiler (wer kennt schon Guuhet, Chn\u00f6wis, Ch\u00fcejerli, Zuckerli, Chaspera, usw.?) zum Schwarzsee. Der dort vor- gesehene Aufenthalt musste notgedrungen stark abgek\u00fcrzt werden, aber immerhin reichte es noch zu einem kurzen Spaziergang am See und einem k\u00fchlen Trunk. Nach der R\u00fcckfahrt durchs Freiburgerland via D\u00fcdingen und Bern konnten wir wohlbehalten und gutgelaunt zuhause bei der Kirche St. Anton aussteigen. Wir durften eine interes- sante, abwechslungsreiche Reise durch eine den meisten kaum bekannte Gegend ge- niessen. Den beiden Organisatorinnen geb\u00fchrt daf\u00fcr ein ganz grosses Dankesch\u00f6n. HJ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war nur eine sogenannt \u201ekleine Chorreise\u201c am Samstag, 21. Juni 2014. Klein, aber fein, von Emilia Baldi und Helen M\u00fcller phantasievoll und umsichtig organisiert. Die An- fahrt im bequemen Bus via Bern und Richtung Thun verlief vorerst ereignislos. 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