Generalversammlung vom 16. Januar 2020

Präsident Walter Würsch begrüsste Chorleiter Giuseppe Raccuglia, die Ehren- und Chormitglieder sowie die Revisorin Hedy Meier zur 66. GV.

Der Jahresbericht des Präsidenten: Zum musikalischen Rückblick auf 2019 erwähnte er den gelungenen Neustart mit unserem Chorleiter, der auf sein erstes ganzjähriges und erfolgreiches Chorjahr zurückblicken konnte. Zu den Auftritten an Ostern 2019: Erstmals trat der Chor am „Hohen Donnerstag“ und in der „Osternacht“ auf. In der Osternacht trug der Chor die „Missa Sancti Nicolai“ von Joseph Haydn vor. Diese zeitliche Neuerung wurde von den Gottesdienstbesuchern sehr positiv aufgenommen. Die Chor-Auftritte zu Pfingsten mit der „Messe in D-Dur“ (Orgelfassung) von A. Dvorak und an Weihnachten die „Missa in G“ von F. Schubert wurden ebenfalls erfolgreich bewältigt. Ebenso die Schola-Auftritte mit neu einstudierten gregorianischen Gesängen. Zum Vereinsleben in 2019: Neben den zahlreichen Proben und den damit verbundenen Auftritten kam auch die Pflege der Geselligkeit nicht zu kurz. Zu erwähnen sind: der alljährige Chorabend, das Grillfest im Sommer und die Chorreise. Die grosse Chorreise 2019 führte uns nach Füssen/Ostallgäu und ins Tannheimer-Tal/Tirol, verbunden mit einem Chorauftritt in der barocken Klosterkirche St. Mang, Füssen. Den beiden Organisatorinnen Emilia Baldi und Helen Müller dankte er für die gelungene und wunderschöne Chorreise.

Wahl eines weiteren Revisors: Peter Günthart wurde einstimmig und mit grossem Beifall als Revisor gewählt.

Die Vorschau unseres Chorleiters auf 2020: Neue Herausforderungen für den Chor kündigte er an. Für die Osteraufführung werden wir die „Missa brevis in C“ (Missa aulica) vom Prager Komponisten František Xaver Brixi neu einstudieren. Brixi komponierte zahlreiche geistliche Werke und war viele Jahre Regens chori am Prager-Veits Dom. Eine weitere Neueinstudierung steht auf dem Programm: die „Missa Sancti Alberti“ vom Wiener Komponisten Joseph Leopold von Eybler. Sein Lehrer J. G. Albrechtsberger sagte über Eybler, „dass er nach Mozart in der Musik jetzt das größte Genie sei, welches Wien besitzt“. Zum Mitproben und Mitsingen lud er Gastsängerinnen und Gastsänger herzlich ein.

Die Jahresrechnung 2019/ Budget 2020: Kassier Geri Weibel erläuterter die wichtigsten Konti-Positionen und Saldi. Die Jahresrechnung 2019 und Orchesterkassen-Rechnung wurden von der Revisorin Hedy Meier und Peter Günthart, dem designierten Revisor, in allen Details und Belangen überprüft. Sie bestätigten den Anwesenden – wie alle Jahre – eine ordentliche und vorbildliche Kassenführung. Die Jahresrechnung 2019 und das Budget 2020 wurden mit grossem Applaus einstimmig genehmigt und damit dem gesamten Vorstand Décharge erteilt.

Zum Abschluss bedankte sich Präsident Walter Würsch bei Chorleiter Giuseppe Raccuglia, bei den Chorsängerinnen und Chorsängern, bei den zahlreichen Gastsängerinnen/-sängern und bei den Vst.-Mitgliedern für ihren Einsatz im vergangenen Chorjahr.

Wettingen, den 27. Januar 2020
Werner Enzmann, Aktuar

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Chorreise 2019 nach Füssen/Tannheim

Kamen auf der Reise ins Tessin 2017 die Liebhaber anhaltender und sintflutartiger Regenfälle auf ihre Rechnung, so war die heurige Ausgabe eher ein Fest für die Freunde langer Carfahrten. Und genügten die knapp siebenhundert gefahrenen Kilometer auch nicht zum Knacken des Allzeit- Rekords (Parma 2001) so reichte es Dank zahlreicher Passüberquerungen und Extraschlaufen dennoch für einen Spitzenplatz in der Kategorie „Reisedauer“ in die Annalen des Antonius-Chores.

Mit etwas Wehmut konstatierte man am frühen Samstagmorgen, nach Eintreffen des beinahe vollständig angetretenen Chores samt Partnern und Ehemaligen, sowie deren Partnern: die Zeiten in denen es Fünfzig-Plätzer-Cars brauchte, sind endgültig vorbei. Doch die vielversprechende Affiche mit Schloss Neuschwanstein vor Augen liess alle Trübsal rasch vergessen und wir fuhren bei gutem Wetter zügig Richtung Bodensee. Bei der Kaffeepause kam mit der Frage nach der ID ein erster Schreckensmoment, lag doch die meinige sicher verwahrt zu Hause. Und so ging es trotz finsteren Aussichten im Falle einer Grenzkontrolle – Chauffeur Markus sprach von stundenlangen Verzögerungen – in stetig wechselnder Folge durch Österreich, Deutschland, Österreich und dann wieder Deutschland usw. nach dem schönen Füssen. Nach freiem Aufenthalt für Rundgang, Mittagessen, dem Kauf von zu Kugeln zusammengeknetetem Gebäck, oder Dirigier-Trockenübungen an den Gestaden der hellgrün gefärbten Lech, gab es eine kurzweilige und spannende Führung durch das vom Krieg verschonte und daher nahezu unveränderte, auf der römischen Verkehrsachse Venedig – Augsburg gelegenen Städtchen. In Erinnerung blieben unter anderem die anschaulichen Ausführungen über Geigenbauer, Flösser und bedauernswerte Galgenvögel.

Auf der Weiterfahrt zum Nachtquartier im Hotel Sägerhof im Tannheimer Tal in den Allgäuer Alpen, blieb die freudige Erwartung einen Blick auf das berühmte Schloss zu erhaschen leider unerfüllt. Nach Geburtstagsapéro und -Ständchen für unseren Chorleiter und einem guten Nachtessen tauchten wir zu vorgerückter Stunde ins lokale Nachtleben ein. Dabei dürfte unser Chor dem Barpersonal vor allem wegen den eher unkonventionellen Bestellungen wie etwa Kamillentee oder Holdrio in Erinnerung bleiben. Nach Erwachen aller Teilnehmer ging es am Sonntagmorgen anstelle der ursprünglich geplanten Spaziergänge durch die nunmehr verregnete Berglandschaft zurück nach Füssen, zur Mitwirkung im sonntäglichen Hochamt.

Der hier folgende zweite Schreckensmoment, diesmal während der Messe in der barocken Kirche St. Mang, Stichwort: Ave Maria von Arcadelt, blieb Dank Giuseppes souveränem Handling der Krise für viele Zuhörer vermutlich unerkannt. Der örtliche Organist mit wilder Amadeus Frisur erwies uns zum Auszug mit einer fulminanten Improvisation, welche mit «Happy Birthday» für einen lokalen Jubilar begann und mit unserer Nationalhymne endete, eine gelungene und schöne Referenz.

Wenn es auch nicht für einen Besuch des Schlosses König Ludwigs des zweiten reichte, so gab es doch noch Gelegenheit aus dem fahrenden Car einen kurzen Blick auf das weltberühmte, im Regen allerdings grau und überraschend unansehnlich wirkende Bauwerk zu werfen. Für Interessierte sei der Dokumentarfilm «Terra X Superbauten Neuschwanstein» sehr empfohlen.

Bei wechselhaftem Wetter führte uns die Fahrt auf und ab durch die malerischen Berge und Täler des Allgäu und des Tirol zurück ins abendliche Wettingen. Fazit: Angesichts der Ansprüche, keine langen Gehwege oder gar Treppen, Mitwirkung im Gottesdienst, bezahlbare aber schöne Unterkünfte und gutes Essen, ist es unseren lieben Reiseplanerinnen einmal mehr gut gelungen, alles unter einen Hut zu bringen. Dafür ein grosses Dankeschön! Und es ist halt so: wo gehobelt wird, fallen Späne – und manchmal sogar ganze Schlösser.

Geri Weibel / 06.11.2019

Generalversammlung vom 17. Januar 2019

Präsident Walter Würsch begrüsste unseren neuen Chorleiter Giuseppe Raccuglia sowie die anwesenden Ehren- und Chormitglieder zur 65. GV. Er führte aus, dass die 22-jährige Chorleitertätigkeit von Thomas Schacher wegen seiner Pensionierung im vergangenen Jahr zu Ende ging. Mit der Anstellung von Giuseppe Raccuglia auf den 1. Juli 2018 von Seiten der Kirchenpflege hat die Unsicherheit über die Chorzukunft ein Ende gefunden. In der Zwischenzeit haben wir Giuseppe Raccuglia, aufgrund seiner kompetenten Probenarbeit und fröhlichen Umgangsart, schon recht gut kennengelernt.

Mutation im Vorstand „Zur Nachfolge unserer Bibliothekarin Alice Niggli“: Alice Niggli hat während 15 Jahren ihr aufwendiges Amt mit viel Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit und unsichtbarer Arbeit wahrgenommen. Er dankte ihr für den langjährigen Einsatz. Als Nachfolgerin wurde Monika Antener per Akklamation gewählt.

Die Neuaufnahme von Destina von Allmen: Die Chormitglieder freuen sich sehr, dass eine junge Sängerin sich entschlossen hat, mit uns lebenserfahrenen Chorristen mitzusingen. Sie wurde mit grossem Applaus als neues Chormitglied aufgenommen.

Der Jahresbericht des Präsidenten: Auch im vergangenen Jahr hat der Chor, neben den zahlreichen Proben, mit seinen 20 Auftritten und den 4 zusätzlichen Einsätzen der Choralschola, einen beachtlichen Einsatz gezeigt. Der erste Halbjahreszyklus stand noch unter der Chorleitung von Thomas Schacher. Mit einem anspruchsvollen musikalischen Programm schloss er sein letztes-Halbjahr als Chorleiter vom Antonius-Chor ab. Zum Chorabend Ende Januar: Im vorgängigen Gottesdienst sang der Chor die „Kleine Orgelsolomesse in B-Dur“ von Josef Haydn. Am Ostersonntag: Die „Missa in C“ (Grosse Credo-Messe) von W. A. Mozart. Anfangs Juni zum Patrozinium: Der gemeinsame Auftritt mit der „Vocappella“, wo die beiden Chöre die Missa „Deo gratias“ von Denis Alain Dion vortrugen.

Zum Gegenbesuch des Tessiner Chors „La Corale Verzaschese“ im Juni: Ihren Chorausflug nach Zürich und Wettingen/Baden verbanden die Tessiner mit einem Wiedersehen mit unserem Chor. Das mit Emilia Baldi abgestimmte Programm beinhaltete Führungen durch die Klosteranlage Wettingen und der Stadt Baden sowie einen gemeinsamen Auftritt in der Stadtkirche Baden. Am Abend feierten die beiden Chöre im Pfarrsaal St. Anton ihr Wiedersehen mit einem gemeinsamen Nachtessen und fröhlichem Beisammensein.

Zur Verabschiedung von Thomas Schacher am 30. Juni 2018: Mit der Programmauswahl zum Abschiedsgottesdienst begeisterte Thomas zum letzten Mal die Zuhörerschaft im St. Anton. Der Chor, verstärkt mit Gastsänger/-innen, sang Stücke aus der „Missa Jubilate Deo“ von Wolfram Menschick, der „Missa pro Patria“ von Johann B. Hilber, der „Messe der hohen Liebe“ und der „Kleine deutsche Festmesse“ von Paul Huber. Als Schlusslied erklang das bekannte Halleluja aus dem Oratorium „Der Messias“ von G. F. Händel. Der Auftritt des gefragten Bläserquintetts „Quintetto Inflagranti“ begeisterte mit unterhaltenden und musikalisch breitgefächerten Stücken die Zuhörer. Auch Giuseppe Raccuglia trug mit seinem gekonnten Orgelspiel zum Gelingen des Anlasses bei. Von Seiten der Pfarrei St. Anton und der Kath. Kirchgemeine Wettingen hielt Ulrike Zimmermann die Laudatio auf Thomas Schacher. Sie lobte ihn als einen kreativen, kooperativen, toleranten und zuverlässigen Menschen. In seiner 22-jährigen Chorleitertätigkeit in der Pfarrei St. Anton traten nie Ermüdungserscheinungen auf. Mit einem festlichen Apéro im Pfarrsaal vom St. Anton klang das Abschiedfest aus.

Neustart mit Chorleiter Giuseppe Raccuglia: Er brachte zum Ausdruck, dass er sich freue, an der ersten Chor-GV teilzunehmen. Auch mache es ihm Spass mit einem Chor zusammenzuarbeiten, der auf seine musikalischen Vorstellungen und Wünsche rasch eingehe und sie ebenso schnell umsetze.

Auftrittsschwerpunkte im zweite Halbjahreszyklus: Zum ersten Mal unter seiner Leitung sang der Chor zum Patrozinium des Klosters Wettingen vom 12. August die „Kleine deutsche Festmesse“ von Paul Huber und das „Ave Maria“ von Jacob Arcadelt. Im November: Der gemeinsame Auftritt mit dem Kirchenchor St. Sebastian im Gottesdienst für die Freunde des Klosters Wettingen“, wo die beiden Chöre die „Missa Festiva“ von Christopher Tambling sangen. Im Weihnachtsgottesdienst die Aufführung der „Missa brevis in F-Dur“ (Jugendmesse) von Joseph Haydn für gemischten Chor, Ad-hoc- Orchester. Den Solopart sangen Marion Neubauer (Sopran) und Christina Daletska (Mezzosopran), an der Orgel Pamela Schefer. Ferner die neueinstudierte vierstimmige Motette „O magnum Mysterium“ von Tomás Luis de Victoria. Das Dirigat lag in den Händen von Alexandra Nigito.

Die Vorschau unseres Chorleiters auf das 1. Halbjahr 2019: Zum Chorabend Ende Januar: Im vorgängigen Gottesdienst wird der Chor drei Stücke aus den Freiburger Chorbuch singen. Die Choral Schola wird den Introitus „Dominus secus mare Galilaeae“ und das Kyrie aus der „Missa Orbis factor“ vortragen. Die Chorauftritte im St. Anton zu Ostern 2019 ändern sich gegenüber den letzten Jahren. Am Gründonnerstagabend: Im Gottesdienst um 19.00 Uhr wird der Chor Taizé-Gesänge vortragen. In der Osternacht (um 21.00 Uhr): die „Missa Sancti Nicolai in G“ von Joseph Haydn in der Besetzung für vier Solo-Stimmen, vierstimmigen Chor, Orchester und Orgel. Am Pfingstsonntag: Teile aus der „Messe in D op. 86“ von Antonin Dvorak in der Fassung für Soli, Chor und Orgel.

Die Jahresrechnung 2018/ Budget 2019: Eine Kopie der Jahresrechnung 2018/Budget 2019 wurde den anwesenden Mitgliedern übergeben. Kassier Geri Weibel erläuterter die wichtigsten Konti-Positionen und Saldi. Fragen und Bemerkungen erfolgten keine. Die Jahresrechnung 2018 und Orchesterkassen- Rechnung wurden von der Revisorin Hedy Meier in allen Details und Belangen überprüft. Sie bestätigten den Anwesenden – wie alle Jahre – eine ordentliche und vorbildliche Kassenführung. Die Jahresrechnung 2018 und das Budget 2019 wurden mit grossem mit Applaus einstimmig genehmigt und damit dem gesamten Vorstand Décharge erteilt.

Zum Abschluss bedankte sich Präsident Walter Würsch bei den Chorsängerinnen und Chorsängern, bei den zahlreichen Gastsängerinnen/-sängern und bei den Vst.-Mitgliedern für ihren Einsatz im vergangenen Chorjahr.

Wettingen, den 24. Januar 2019
Werner Enzmann, Aktuar

Chorabend vom 26. Januar 2019

Der vorgängige Gottesdienst im St. Anton wurde von Chor und der Choralschola musikalisch mitgestaltet. Zum Einzug sang die Schola – unter der Leitung von Giuseppe Raccuglia – den neu einstudierten Introito gregoriano „Dominus secus mare Galilaeae“.

Anschliessend ging es zum gemütlichen Teil über. Nach dem Apéro und den Begrüssungsreden von Frau Präses Ulrike Zimmermann und vom Präsidenten Walter Würsch, genossen die Anwesenden das feine Nachtessen. Liedervorträge vom Chor rundeten das Unterhaltungsprogramm ab.

Verabschiedung von Alice Niggli als Bibliothekarin: Präsident Walter Würsch dankte Alice für ihren langjährigen Einsatz als Musikalien-Verwalterin und Vorstandsmitglied. Er erwähnte, dass Alice Niggli seit 2003 das aufwendige Amt mit Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit und viel unsichtbarer Arbeit wahrgenommen hat. Im Mittelpunkt stand die Ehrung von unserem Ehrenmitglied Hugo Jost für seine 55 Jahre Chormitgliedschaft. Die Anwesenden spendeten Hugo einen gebührenden Applaus für seine langjährige Vereinstreue. Als weitere Chormitglieder wurden geehrt: Nikolaus Kaufmann für 20 Jahre und Vren Holenstein für 10 Jahre Chormitgliedschaft.

(WE)

Generalversammlung vom 18. Januar 2018

Präsident Walter Würsch begrüsste die Versammlungsteilnehmer zur 64. GV. Anschliessend übergab er das Wort an unsere Frau Präses Ulrike Zimmermann. Sie brachte zum Ausdruck, dass sie sich ausserordentlich freue, zum ersten Mal als Frau Präses an der GV teilnehmen zu dürfen. Sie wünschte dem Chor für das neue Jahr alle Gute und der GV einen positiven Verlauf.

Der Rechenschaftsbericht des Präsidenten: Rückblickend aufs Chorjahr 2017: Auch im vergangenen Jahr hat der Chor, neben den zahlreichen Proben, mit seinen 22 Auftritten eine beachtliche Leistung erbracht.

Als Auftrittsschwerpunkte nannte er: In der Ostersonntag-Messe, wo der Chor mit Gästen, vier Vokalsolisten und einem Ad-hoc-Orchester, die romantische Jubelmesse von Carl Maria von Weber aufführte. Höhepunkte im 2. Halbjahr: Zum Patrozinium des Klosters Wettingen im August sang der Chor im feierlichen Pontifikalamt die Missa in G (D167) von Franz Schubert. Im Oktober in Baden die Teilnahme am Gesangsfest des Kirchenmusikverbandes der Region Baden. Im Festgottesdienst sangen die vereinten Chöre die Missa „Princeps pacis“ vom englischen Komponisten William Lloyd Webber. Im Gottesdienst am Hl. Abend führte der Chor, unter der Leitung von Thomas Schacher, das Oratorio de Noël von Camille Saint-Saëns auf. Begleitet von einem Streichquintett mit der Konzertmeisterin Gabriela Ramsauer, den Vokalsolisten: Angelica Röhrig, Sopran; Regine Fluor, Mezzosopran; Jennifer Mc Gowan, Alt; Walter Siegel, Tenor und Erich Bieri, Bass. Sephora-Maria Luchsinger Harfe und Alina Nikitina, Orgel.

Die Vorschau unseres Chorleiters auf das 1. Halbjahr 2018: Chorleiter Thomas Schacher möchte in seinem letzten Halbjahreszyklus mit dem Chor nochmals ein grosses Werk aufführen. Auf dem Programm steht die Missa in C-Dur KV 257, die sog. „Grosse Credo- Messe“, von W. A. Mozart am Ostersonntag.

Die Jahresrechnung 2017/Budget 2018: Kassier Geri Weibel erläuterte die wichtigsten Konti-Positionen und Saldi. Die Revisorinnen Hedy Meier und Roswitha Wettstein bestätigten den Anwesenden – wie alle Jahre – eine ordentliche und vorbildliche Kassenführung. Die Jahresrechnung 2017 und das Budget 2018 wurden mit grossem Applaus einstimmig genehmigt.

Zum Abschluss bedankte sich Walter Würsch bei den Chorsängerinnen und Chorsängern, bei den Vst.- Mitgliedern und vor allem bei unserem Chorleiter Thomas Schacher für seinen unermüdlichen Einsatz in den vergangenen 21 Jahren.

Wettingen, im Januar 2018
Protokoll: Werner Enzmann, Aktuar

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Chorabend vom 27. Januar 2018

Traditionell begann der Chorabend mit einem vorgängigen Gottesdienstauftritt im St. Anton, wo der Chor – unter der Leitung von Thomas Schacher, begleitet von einem Streichertrio mit Gabriela Ramsauer (1. Violine), Philipp Zimmerman (2. Violine), Daniela Roos-Hunziker (Violoncello) sowie Lysiane Salzmann (Orgel) – die „Kleine Orgelsolomesse in B-Dur“ von Joseph Haydn vortrug. Den Solopart sang die Mezzosopranistin Christina Daletska. Anschliessend ging es zum gemütlichen Teil über. Nach dem Apéro und den Begrüssungsreden vom Präsidenten Walter Würsch und von Frau Präses Ulrike Zimmermann genossen die Anwesenden das feine Nachtessen. Dies wurde mit Sologesängen von Christina Daletska, begleitet von Lysiane Salzmann am Klavier, untermalt. Liedervorträge vom Chor rundeten das Unterhaltungsprogramm ab.

Im Mittelpunkt stand die Ehrung von unserem Ehrenmitglied Elsbeth Jost für Ihr 60-Jahr-Jubiläum als aktive Chorsängerin. Der Präsident und die Chormitglieder bedachten Elsbeth mit grossem Applaus für ihre langjährige Treue und erbrachtes Engagement für den Chor. Wir alle hoffen, dass Sie uns noch viele Jahre als Sopransängerin erhalten bleibt. Als weiteres Chormitglied wurde Roswitha Wettstein für Ihre 25 Jahre Chormitgliedschaft geehrt. (WE)

Foto: Vizepräsidentin Agnes Regensburger (l) und Ehrenmitglied Elsbeth Jost (r)

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Chorreise 2017 ins Sonnenland Ticino / Verzascatal

Habe angesichts des Regenberichts schon beim Start die starke Vermutung, dass das Wetter nicht hält was das Lied verspricht. Nach flotter Fahrt ein kurzer Halt bei der Raststätte in Piotta. Insofern bemerkenswert, weil diese nebst der unseren in Neuenhof in Swiss Miniature nachgebaut und bis heute bewundert werden kann. Wie sich die Zeiten doch ändern.

Mittagspause in Locarno, danach mit dem Car steile Rampen ins Tal hinauf zur über 200 Meter hohen Staumauer des Lago di Vogorno. Trotz Regen und Wind raus aus dem Bus und auf die Mauer. Ein paar Beherzte stürzen sich – wie weiland 007 – mit Urschrei vom Golden Eye aus in die Tiefe. Fühle mich zu alt dafür, daher zurück zum Bus. Nächster Stopp bei der berühmten Ponte Romano di Lavertezzo. Der Regen hat noch zugelegt und die Schuhe sind auch schon etwas nass. Nur noch eine Handvoll Furchtloser traut sich auf die Brücke, von der aus sich anstelle des vertrauten Postkarten- Anblicks mit kristallklar blau schimmerndem Wasser, nunmehr braune Fluten mit grossem Ungestüm gen Tal wälzten. Mittlerweile sind jetzt auch die Hosen nass.

Weiter ins Tal hinauf, an unzähligen noch nie gesehenen Wasserfällen vorbei ins kleine Sonogno. Trotz Dauerregen kurzer Rundgang durchs Dorf. Ein paar Hühner beäugen mich neugierig aus ihrem trockenen Stall. Keine Touristen weit und breit und die Regenjacke hält dicht. Was will man mehr. Rückfahrt zum Konzert in der malerischen Kirche von Frasco. Nach dem Einsingen im Gemeindehaus gespanntes Warten auf den Corale Verzaschese. Professioneller Aufmarsch in Zweierkolonne und blauer Einheitskleidung. Schöne Volkslieder, lebhafte und traurige, vermitteln viel Lokalkolorit und lassen die düstere Witterung vor der Kirchentür vergessen. Sehr stimmiger Vortrag. Bravo!

Zweiter Teil des Konzerts mit Antonius-Chor. Missa Prima von Crassini, deren melancholische Stimmung in südlichen Sphären immer gut ankommt. Danach Arcadelt – sehr edel. Zugabe! Schönes Gemeinschafts-Konzert das in guter Erinnerung bleiben wird. Zurück nach Sonogno zum vom Corale offerierten Nachtessen. Grazie per l‘ospitalià! Die Gastgeber glänzen mit temperamentvollen Gesangseinlagen und der Dirigent als Virtuose auf der Fisarmonica. Wir halten dagegen und die dunkle Ahnung, der zufolge wir nach Ticino e Vino in frankophonem Raum dereinst im Tessin dafür le vieux Chalet singen, erfüllt sich.

Rückfahrt nach Locarno und hinein ins Nachtleben für ein letztes Glas! Stelle erschüttert fest, dass bis auf unseren Dirigenten die gesamte Truppe im Hotel bleibt – schlaafen. Das war auch schon anders. Ort: Piazza Grande. Zeit: Samstagnacht, elf Uhr so-und-so. Verfügbares Angebot: schon fast alles zu. Was ist nur aus unserem Sonnenland geworden. Schliesslich findet sich doch noch ein offenes Lokal und ein gut gelaunter Barkeeper aus Sizilien rettet den Ausgang.

Sonntagmorgen Weiterfahrt nach Cugnasco, wo ein farbiger Aushang unseren Chor ankündigt. Nach dem Einsingen überraschende Umplatzierung in einen engen Seitenflügel der Kirche.

Erkenntnis: während auf dem Vorplatz eine grosse Festbühne für die Töffsegnung bereitsteht, fristen Kirchenchöre auch hierzulande ein Nischendasein. Ein Apéro Riche und Wein aus feengepflückten Trauben versöhnt mit dem Ort. Weiterfahrt und anschliessend mit dem gescheiten Stadtführer Paolo durchs schöne Bellinzona. Historisch interessante Schnittstelle zwischen Nord und Süd. Drei Unesco geschützte Burgen mit viel Mauerwerk riegeln das Tal ab. Malerische Altstadt, aber auch ernüchternde Erkenntnis, dass die beliebte original Tessiner Traditionsspeise ein Relikt russischer Besatzungspolitik ist. Dio mio – La Bella Polenta!

Etwas wie Endzeitstimmung bei der Heimfahrt über den verschneiten Gotthard. Wie schön anzusehen, aber der Sommer 2017 ist vorüber. Es war eine weitere kurzweilige Chorreise, orchestriert von unserem Duett Emilia und Helen. Es bleiben neue Facetten des Sonnenlandes und wer weiss, neue Freundschaften mit unseren lieben Chorkolleginnen und Kollegen aus dem Süden.

Geri Weibel

Chorreise in den Jura

Gut gelaunt und nach den Erfahrungen der letzten Reisen voller Erwartungen, starteten wir Sonntag früh zu unserer eintägigen Expedition in den wenig bekannten Jura. Stadtführung Delémont. Nach Verlassen des Cars und in der kühlen Morgenluft leicht fröstelnd, beschlich einem schon nach wenigen Schritten durch die Altstadt – nebst dem Bedürfnis, schnell wieder in den warmen Car zu steigen – auch der Verdacht, eigentlich bereits alles gesehen zu haben. Doch wie so oft füllte sich die Szenerie während der folgenden Führung schon bald mit Leben und verwandelte die kleine, 2006 mit dem Wakkerpreis dekorierte Hauptstadt des jungen Kantons Jura in einen durchaus sehenswerten Ort. Von den ehemaligen Herren in Bern vernachlässigt und trotz, oder vielleicht bis zu einem gewissen Grad gerade auch wegen der bis heute anhaltenden finanziellen Tristesse, hat Delémont einiges zu bieten. Zu gerne hätte ich auch von der schmalen Galerie des Turmes aus das Panorama von Stadt und Umgebung bewundert. Indes erstickte eine andere Aussicht, nämlich diejenige auf Treppensteigen, diesen Plan bereits im Ansatz. Dank den Basler Fürstbischöfen gibt es ein schmuckes, mit orientalischen Kriegerfiguren und viel Stuck verziertes Stadtschloss. Die eleganten, hohen Räume der ehemaligen Sommerresidenz dienen heute als Schulzimmer und im stimmungsvollen Park lockt während der Sommermonate ein Open-Air-Kino. Weiter ging es von Delémont nach Porrentruy – just wie weiland HD Läppli im Film von 1959. Im Gegensatz zum braven Soldaten, der bekanntlich beim Kirchturm in Courrendlin falsch abbog und deshalb irrtümlich nach Moutier – dort war ich auch noch nie – marschierte, steuerte Markus K. den Car zielsicher durch die schönen und dünn besiedelten Landschaften der Ajoie. Zu dieser Augenweide passte die Verkündung des in blumigem Französisch gehaltenen Mittags-Menus: Le jambon cru d‘Ajoie. Pêches, amandes douces à la fleur de sel. La coriandre en huile vierge, baies du Munotc. La poitrine de canette de Challans, miel „fleurs de la Baroche, persil… oh la la, aber hoffentlich keine Schnecken! Nach kniffliger und durch den Chauffeur trotz kurzer Panik seitens weiblicher Passagiere mit ‚Sägetechnik’ tadellos gemeisterter Auffahrt zum Restaurant Château de Pleujouse – gab es zur Entspannung ein Glas Weissen auf dem schönen, wenn auch etwas zugigen Vorplatz des malerischen Schlösschens. Vor dem Essen überraschten wir die mehrheitlich französischsprachigen Gäste und Angestellten – man ahnt es – mit J.B. Hilbers unsterblichen Gassenhauer „Ticino e Vino“. Warmer Applaus. Das Essen und die Stimmung waren ganz hervorragend und man möchte gerne wieder einmal zurückkehren. In Porrentruy flackerte die Erinnerung an Läppli ein zweites mal auf, gemahnte die etwas verkrampfte Stadtführerin doch ein wenig an Oberleutnant Clermont im Kompaniebüro Pruntrut. Ursache für die Verstimmung lag in Emilias Besichtigungs-Wunsch „Porrentruy in religiöser Hinsicht“. Unser Leutnant – pardon die Stadtführerin – dazu genötigt ihre Präsentation neu zu erarbeiten, liess denn auch immer wieder durchblicken, dass sie eigentlich gerne dies und das zeigen wolle, aber „auf Grund des von Ihnen gewünschten Programmes…“ Nun ja, bei allem Respekt vor silbernen Monstranzen hätte ich offen gesagt auch lieber etwas mehr vom Städtchen gesehen. Doch dies tat dem Ganzen keinen Abbruch und so bleibt obendrein für einen nächsten Besuch noch genügend Raum für Entdeckungen. Auf der Rückreise via Saignelégier gab es schöne Bauernhäuser und weite Landschaften mit vielen frei laufenden Pferden zu bewundern. Vielen herzlichen Dank für eine weitere tolle Reise – und wie immer: a une prochaine, chère Emilia.

Geri

Chorreise ins Burgund / Dijon

Für einmal war gut beraten, wer anstelle des Regenschirms die Badehose mit auf die Reise nahm. Bei hochsommerlichen Temperaturen führte die erste Etappe im klimatisierten Bus via Mulhouse nach Dijon. Die Zeit vor der Stadtführung nutzten viele für einen ersten Spaziergang, eine kleine Mahlzeit oder zum Kauf von Badesachen in den ‚Galleries Lafayette‘.

Auf dem ‘Rundgang der Eulen‘ durch die beschauliche Innenstadt gab es nebst schönen Gässchen, grandiosen Plätzen, Kirchen und der historischen Markthalle viele pittoreske Ecken zu bewundern. So auch die alte Weinschänke, in welcher Gérard Depardieu im Film als Philosoph, Rauf‐ und Trunkenbold Cyrano de Bergerac zu Höchstform auflief.

Die Stadt gibt sich selbstbewusst und ist stolz auf ihre Söhne. Nebst Grössen mit sinkendem Bekanntheitsgrad, wie etwa ‚Karl dem Kühnen‘ dürfte Gustave Bönickhausen allen ein Begriff sein.

„Ohne Dijon wäre Paris nicht, wie heute es ist“ erklärte uns die nette Führerin. Wohl zu Recht, haben doch die Bauwerke des deutschstämmigen Mannes – genannt Eiffel – das Antlitz vieler Städte geprägt und auch die Eisenstruktur der stilvollen Markthalle basiert auf seinen Plänen. Speziell für die Freunde des Aperitifs erwähnenswert wäre da auch noch Bürgermeister Félix Kir (1876‐1968). Ihm verdankt die Welt das gleichnamige Getränk aus dem Weisswein Bourgogne Aligoté mit etwas Crème de Cassis. In der edlen Version mit Champagner auch als ‚Kir Royal‘ bekannt. Für schmunzeln sorgten die zahlreichen und teils etwas ‚schrägen‘ Hochzeitsgesellschaften vor dem Stadthaus und in der überlaufenen ‚ salle d’attente de mariage‘.

Weiter ging es zu Abendessen, Übernachtung und Bad im erfrischenden Pool nach Nuit St. George ins idyllische Landhotel ‚La Gentilhommière‘. Das abendliche ‚Menu Terroir‘ hielt gleich einige Herausforderungen bereit. Nach dem von Ehrenmitglied Erich spendierten Apéro mit Kir (siehe oben), ging es zunächst um die Frage ‚Escargots der Bourgogne‘ (Schnecken), oder doch lieber

‚Jambon Persillé‘? Darauf folgte die Qual der Wahl des Weines aus einer Karte mit dem Umfang eines Telefonbuchs und Preisen die einem das Fürchten lehren konnten. Doch damit nicht genug. Derweil sich ‚nouvelle Cuisine‘ Portionen üblicherweise bequem in eine Briefmarke einwickeln lassen, ging es hier deftig zur Sache. Brav die aufgetischten Vorspeisen restlos aufessend, sahen sich einige anschliessend unverhofft ausser Stande, den delikaten und in einer Arbeitergamelle servierten Hauptgang ‚Boeuf Bourguignon‘ auch nur anzurühren.

Durch diese Lektion geläutert und entsprechend vorsichtiger, kam dafür am Sonntagmorgen bei der Degustation in Chevrey Chambertin niemand in Versuchung, alle gereichten Proben auszutrinken. Meine persönlichen Erkenntnisse der Degustation lassen sich wie folgt zusammenfassen. Erstens: wider Erwarten weisen edle Etiketten mit goldener Krone und Löwen nicht immer auf ein Château als Herkunft hin. Und zweitens: selbst Kleinstproduzenten wie der sympathische Philippe Rossignol mit Frau, sind auch ohne Château in der Lage, in ihrer improvisiert wirkenden Kellerei, bestehend aus ausgebauter Garage und Keller ihres Hauses, hervorragende und gut bewertete Weine herzustellen. Die Rückfahrt durch die malerische Landschaft wurde durch einem Abstecher zu Le Corbusiers berühmter Marienkapelle in Ronchamps aufgelockert. Nach einem kleinen Imbiss überraschte der Chor die anwesenden Besucher mit dem ausdrucksvollen ‚Ave Maria‘ von J. Arcadelt. Dies war denn auch der musikalische Höhepunkt unserer Reise, die alles bot was man sich wünschen kann. Merci Emilia et Hélène – et à une prochaine fois!

Geri Weibel

Chorreise ins Gantrischgebiet

Es war nur eine sogenannt „kleine Chorreise“ am Samstag, 21. Juni 2014. Klein, aber fein, von Emilia Baldi und Helen Müller phantasievoll und umsichtig organisiert. Die An- fahrt im bequemen Bus via Bern und Richtung Thun verlief vorerst ereignislos. Aber schon bald nach Verlassen der Autobahn und der Fahrt durch Belp und Kehrsatz tat sich ein überraschender Blick auf das Panorama mit der Stockhornkette und den dahin- ter glänzenden Majestäten der Berner Alpen mit Eiger, Mönch und Jungfrau auf. Zim- merwald, unser erstes Etappenziel war bald erreicht. Zimmerwald, ein verschlafenes Bauerndorf? Mitnichten! Zimmerwald ist wohl der Ort in der Schweiz mit dem grössten Weitblick und den besten Informationen. Hier steht ein hochtechnisches astronomi- sches Observatorium. Mit diesem haben Wissenschaftler schon Asteroide und Super- novas entdeckt, die vorher noch niemand gesehen hatte. Die GPS-Geostation Zimmer- wald empfängt und verarbeitet astrometrische Daten, welche u.a. der Landestopografie zur Vermessung und Kartografie dienen. Und schliesslich betreibt der NDB mithilfe ei- ner grossen Parabolantenne und angegliederter Einsatzzentrale das Schweizer Satelli- tenabhörsystem. Auch wurde in Zimmerwald tatsächlich Weltpolitik gemacht. Getarnt als ornithologischer Verein fand hier im September 1915 eine geheime internationale sozialistische Konferenz statt mit Teilnehmern aus ganz Europa. Auch Lenin und Trotz- ki, die nachmaligen Führer der russischen Oktoberrevolution waren mit dabei. Das dort verfasste „Zimmerwalder Manifest“ mit dem Aufruf „Proletarier aller Länder …“ erlangte einige Berühmtheit. In Zimmerwald selber ist dieses unfreiwillige historische Erbe aller- dings wenig beliebt. So wurden von der Gemeindebehörde Denkmäler und Gedenkta- feln jeglicher Art verboten.

Auch wir liessen diese Berühmtheiten links liegen. In unserem Reiseplan vorgesehen war nämlich Streit. Nein nein, natürlich kein Streit im Chor; da herrschen nur Eintracht und Frieden. Aber Streit ist wohl der häufigste Familienname in Zimmerwald, und die Familie Streit betreibt auch den Hof „be dr Chiuche“, wo wir zu einer Besichtigung freundlich empfangen wurden. Ein behäbiges, gestandenes Berner Bauernhaus. Woh- nung samt Gästezimmern, Tenne und Viehstall – alles unter einem mächtigen Dach.

Kathrin Streit, offensichtlich die gute und rührige Seele des Hauses, führte uns durch das Anwesen. Wir konnten den Rundgang mit allen Sinnen – optisch, akustisch und ol- faktorisch – geniessen. Schade, dass unser armer Präsident nicht dabei sein konnte; seine fachkundigen, veterinärmedizinischen Kommentare wären sicher interessant ge- wesen. Eine kurze Fahrt brachte uns zur Kaffeepause auf dem benachbarten Hof

„Chueweid“. Dort stand für uns eine köstliche „Züpfe“ von rekordverdächtiger Länge bereit. Unser Chorleiter griff anstatt zum Taktstock zum Messer und schnitt geduldig Scheibe um Scheibe vom Wunderwerk ab. Die frisch gepflückten Erdbeeren und Kir- schen waren ebenfalls ein Genuss.

Nach einer abwechslungsreichen Panoramafahrt via Riggisberg und über den Gurnigel erreichten wir Guggisberg, das Hauptziel unserer Reise. In der schmucken, denkmalge- schützten Dorfkirche erzählte uns Frau Lydia Bucher viel Interessantes über die histori- sche Entwicklung dieser Gegend, und natürlich die wahre, traurige Geschichte vom Vreneli und Simes Hans-Joggeli, wie sie sich im 17. Jahrhundert tatsächlich zugetragen haben soll. Da konnten wir natürlich nicht mehr anders und mussten das Guggis-

berglied anstimmen, sangen aber nur die ersten paar der unendlich vielen Strophen. Nach einer Führung durch das Vreneli-Museum war dann für uns im „Sternen“ der Tisch zum Mittagessen gedeckt.

Unser Reisecar war aussen gross mit „Kobolt“ angeschrieben. Während der Mittags- pause muss sich dieser Kobolt in einen echten Kobold verwandelt haben, welcher sich Zugang zum Motorraum verschaffte und das Getriebe oder die Kupplung so demolierte, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken war. Da eine kurzfristige Reparatur unmöglich war, musste unser Chauffeur einen Ersatzbus organisieren. Die unfreiwillige Wartepau- se benützten einige, besonders Senioren, von Schwester Angela seelsorgerlich beglei- tet, zum Besteigen des Guggershörnli. Für den steilen Aufstieg mit den vielen Treppen wurden die eifrigen Wanderer mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Um dem bösen Ko- bold den Meister zu zeigen traf schliesslich ein aus Thun herbeigerufener Meister-Car ein. Dieser führte uns über Hügel und unbekannte Dörfer und Weiler (wer kennt schon Guuhet, Chnöwis, Chüejerli, Zuckerli, Chaspera, usw.?) zum Schwarzsee. Der dort vor- gesehene Aufenthalt musste notgedrungen stark abgekürzt werden, aber immerhin reichte es noch zu einem kurzen Spaziergang am See und einem kühlen Trunk. Nach der Rückfahrt durchs Freiburgerland via Düdingen und Bern konnten wir wohlbehalten und gutgelaunt zuhause bei der Kirche St. Anton aussteigen. Wir durften eine interes- sante, abwechslungsreiche Reise durch eine den meisten kaum bekannte Gegend ge- niessen. Den beiden Organisatorinnen gebührt dafür ein ganz grosses Dankeschön. HJ